Mein 8. Geburtstag als Unternehmerin

1 Aug 2021 | Persönliches

“Sie müssen jetzt eine unternehmerische Entscheidung treffen!”

Das war der entscheidende Satz, den mein Gründungsberater vor etwas mehr als acht Jahren zu mir gesagt hat. Zu dem Zeitpunkt hatte ich alles in den Startlöchern. Positionierung, Konzept, Businessplan. Aber auf die Idee zu springen – rein ins Unternehmertum – bin ich allein nicht gekommen. Ich habe gedacht es fehlt noch was, es braucht noch mehr. Aber wovon eigentlich? Mir war nicht klar, dass es kein “bereiter” gibt. Es lag an mir, diese Entscheidung zu treffen. Will ich mein eigenes Unternehmen gründen oder nicht? Und so kam der liebevolle Schubs meines Gründungsberaters genau zur rechten Zeit. Denn, ja, das war genau das was ich wollte! Und das ist, was ich noch immer will. Aber jetzt freue ich mich erst mal über meinen 8. Geburtstag als Unternehmerin.

 

Wie alles begann

Zum Ende meiner Coachingausbildung hatte ich einen ganz klaren Plan, womit ich in meine Freiberuflichkeit starten wollte. Mit Startblock Coaching (ja, ich weiß, die Seite wird seit längerem sehr stiefmütterlich behandelt!) lag der Fokus auf Angeboten für Trainer im Sport und Auszubildenden im Mittelstand. Wie ich auf diese Idee kam? Einerseits war ich selbst viele Jahre Leistungssportlerin. Meine Affinität für den Sport hatte sich 2012 zwar bereits von der aktiven Rolle wegentwickelt, aber die Leidenschaft und Begeisterung für den Sport, die Achtung vor den Athleten war ungebrochen. Mir war bewusst, dass sich um die Sportler bereits viele Menschen kümmerten, da sah ich meinen Wirkungskreis somit nicht. Aber die Trainer, vergleichbar mit den Führungskräften in der Wirtschaft, die wollte ich gern durch Coachings und Persönlichkeitsentwicklung unterstützen. Zum Thema Führung hatte ich bereits durch meine Arbeit bei Anna Beinlich viel gelernt und das ließ sich wunderbar übertragen.

Andererseits wollte ich meine Erfahrung in der Wirtschaft einbringen. Hier lag mir am Herzen, die Entwicklung nicht erst den Führungskräften zu Gute kommen zu lassen, sondern bereits mit den Auszubildenden zu beginnen. Hier bereits die Weichen zu stellen, damit Kommunikation, Rollenklarheit und Orientierung im Beruf funktionieren können. Ich hatte hierzu selbst bei meinem Ausbildungsunternehmen eine sehr gute Erfahrung gemacht. In der ersten Ausbildungswoche wurden wir als Gruppe begleitet, durften uns selbst und gegenseitig in der neuen Rollen kennenlernen. Das hat uns zusammengeschweißt, vom 15jährigen Mechatroniker bis hin zu mir als 22jährige BA-Studentin. Dieses Erlebnis fand ich großartig und das wollte ich anderen Auszubildenden nahe bringen.

 

Das Highlight der ersten Jahre

Rückblickend war das Highlight meiner ersten Zeit wohl die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hockeybund. Durch einen Zufall hatte ich den damaligen Nationaltrainer, Markus Weise, kennengelernt und ihm von meinem Konzept für Trainer erzählt. Er hat mir daraufhin den Kontakt zum Hockeybund vermittelt. Als Ergebnis durfte ich einige Trainerfortbildungen leiten und – das ist das Highlight – in 2014 mit der U21 der Herren zur EM fahren. Meine Aufgabe bestand darin, das gesamte Staff aus Trainern, Arzt, Physiotherapeuten und Teammanager in ihrer Zusammenarbeit zu unterstützen. Dies begann bei einigen Trainingslagern zur Vorbereitung und endete dann in Waterloo, Belgien, im Finale.

Die Emotionen im Sport waren für mich schon immer besonders. Aber, als ich so nah an einem Team in diese Achterbahnfahrt bei einer Europameisterschaft eintauchen durfte, war das nochmal was ganz anderes. Es war eine Zeit, die ich nicht vergessen werde.

 

Eine Kooperation entsteht

Im gleichen Jahr bin ich Andrea von Schröder und Dorothee Brockmann, den Gründerinnen von Teamhochzwei begegnet. Aus unserem ersten Treffen hat sich eine befruchtende, ehrliche und langjährige Kooperation entwickelt, die bis heute besteht. Im Rahmen von Teamhochzwei durfte und darf ich wachsen, mich ausprobieren, werde ermutigt und bestätigt, es wird gelacht und manchmal spielen wir sogar Tischtennis, wenn es die Zeit während des Workshops erlaubt. Das ist eine sehr besondere Zusammenarbeit, die ich mir besser nicht hätte wünschen können.

Mit Teamhochzwei unterstützen wir Mitarbeitende, Führungskräfte, Teams und Organisationen in ihrer Entwicklung.

 

Themenschwerpunkte kristallisieren sich

Über die Jahre habe ich bemerkt, dass sich meine Themenschwerpunkte verschieben. So hatte ich immer mehr Freude daran mich mit den Themen Life-Balance, Selbstfürsorge, Gesundheit und Umgang mit Stress auseinander zu setzen. Das alles gepaart mit einem spirituellen Blick. Dass diese Themen seit Jahren im Privaten wichtig für mich sind, wusste ich. Aber ich wollte sie sehr gern auch beruflich einflechten. In meinem Oberstübchen meldete sich eine warnende Stimme: “Achtung, wenn du das tust, landest du in der Eso-Spiri-Ecke!” Und da wollte ich nicht hin. Ich hatte Angst, meine professionelle Rolle zu verlieren, wenn ich diese Themen mehr integrierte.

Die allgemeine Entwicklung hat mich bei diesem Weg unterstützt. Inzwischen ist es nicht mehr komplett seltsam eine Traumreise, Meditation oder einen Bodyscan im Workshop zu machen. Auch im Coaching hat bisher niemand offensichtlich die Augen verdreht, wenn ich mit einem entsprechenden Vorschlag kam. Mit jedem Mal ausprobieren wurde ich sicherer und sicherer. Und auch gesamte Workshops zu meinen Lieblingsthemen durften nach und nach entstehen.

 

Ich möchte mehr Menschen unterstützen

Vor fast zwei Jahren wurde der Wunsch in mir größer, auch außerhalb von Unternehmen Menschen zu unterstützen. Dazu kam, dass ich immer mehr gemerkt habe, dass ich für meinen Job nicht noch mehr reisen möchte. So hat sich der Gedanke verfestigt, mir zusätzlich ein Onlinebusiness aufzubauen. Mit Blick auf meine Biographie und die Themen, die mich am meisten bewegen, wurde schnell klar, dass ich Frauen dabei unterstützen möchte, mit den Hürden und Stolpersteinen ihres Lebens besser klar zu kommen und sie sogar zu Kraftquellen zu machen.

Eine meiner Hürden heißt Hashimoto und ich kann für mich sagen, dass ich gut damit leben kann, dass ich in Balance bin. Aber Hashimoto ist nicht meine einzige Hürde. Das wäre vermessen, wenn ich das behaupten würde. In meinen Jahren als Coach und Trainerin habe ich Methoden entdeckt und für mich angewendet, die mich sehr unterstützt haben. Ich habe eine andere Haltung entwickelt, stelle mich selbst immer wieder in Frage, beobachte und reflektiere mich regelmäßig. Es ist faszinierend, wie Gedanken, Körper und Wohlbefinden zusammenspielen und was alles möglich werden kann. So bin ich auf dem Weg, meinen Radius zu erweitern und mehr Menschen, die Lust darauf haben, sich selbst zu entdecken, sich an der ein oder anderen Stelle auf die Schliche zu kommen, auf ihrer Reise zu unterstützen.

Es fasziniert mich, zu sehen, wohin mich mein Weg geführt hat. Und es ist schön, das hier fest zu halten. Klar gibt es auch in meinem Berufsleben Aspekte, die ich nicht so toll finde, aber die positiven Aspekte überwiegen absolut. Bisher habe ich den Schritt zur Unternehmerin nie bereut. Ich freue mich auf das was noch kommt und bin gespannt, worauf ich beim 10., 15., 20. Geburtstag als Unternehmerin zurückschauen werde.

Danke an dich und an alle, die das möglich gemacht haben.

Danke also auch an mich!

Deine Sabrina

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