MEIN WEG MIT HASHIMOTO.

Im Jahr 2008 bekam ich die Diagnose Hashimoto.

Bei mir wurde dies zufällig entdeckt, da ich bei einer Routineuntersuchung auf die Bestimmung der Schilddrüsenhormone bestanden hatte. Es gibt in meiner Familie eine entsprechende Vorgeschichte und da wurde von ärztlicher Seite sehr viel falsch und kaputt gemacht. Daher wollte ich einfach wissen, ob es etwas gibt, worauf ich für mich achten muss. Und da hatte ich dann die Diagnose, wurde nach und nach auf einen guten TSH-Wert eingestellt und bekam die Info, dass ich zusätzlich Selen nehmen sollte. Das war’s.

 

 

Über die Zeit habe ich mich selbst immer mehr mit Hashimoto beschäftigt und hatte auch weniger schöne Arztbesuche (O-Ton: “Werden Sie mal schwanger, dann haben Sie nicht mehr so viel Zeit über die Krankheit nachzudenken.”). Ja, danke für nichts. Das war 2014. In der Zeit zwischen Erstdiagnose und der Empfehlung zur Schwangerschaft ging es bei mir hoch her: Völlige Überforderung im Job durch Stress und Spielregeln die nicht zu mir passten. Im Nachhinein bin ich mir sicher, dass Hashimoto an meiner damaligen Situation stark beteiligt war. Damals bin ich nicht darauf gekommen und ich habe auch mit niemandem darüber gesprochen, weil es mir peinlich war, dass MICH ein Job schaffen konnte. Ich habe es auf die Rahmenbedingungen geschoben, die schlechte Organisation, das Zuviel, das verlangt wird und war gedanklich auch eher in Richtung Burnout unterwegs, als in Richtung meiner Hormone. Für mich als ehemalige Leistungsschwimmerin, die sich gut und erfolgreich quälen konnte, fühlte es sich an wie eine Ohrfeige, so zu scheitern.

Und obwohl ich alle meine im Job gesetzten Ziele irgendwann auf dem Silbertablett vor mir hatte, das Gefühl war: gescheitert. Warum schaffen andere das? Was ist mit mir nicht richtig? Das sind zwei der Fragen, die sehr an meinem Selbstwert genagt haben. Die einzige Rettung, die ich sah, war meine Festanstellung zu kündigen, um nicht völlig unter die Räder zu kommen. 

Nach meiner Notbremsung machte ich mich daran, meinen lange gehegten Wunsch zu verwirklichen und eine Coachingausbildung zu durchlaufen. Darauf folgte in 2013 der Schritt in die Selbstständigkeit. Anfänglich geprägt durch alle Themen der sozialen Kompetenzen hat es sich so entwickelt, dass über die Zeit immer mehr Aspekte zu Gesundheit, Stressbewältigung und Selbstfürsorge ihren Raum eingenommen haben und zu meinen Lieblingsthemen geworden sind.

In den letzten Jahren hat sich mein Leben verändert. Ich bin inzwischen Mutter, selbstständig und beschäftige mich sehr stark mit mir, dem was mir gut tut, was mir Freude macht, Spiritualität und Yoga. Mein Lebensgefühl mit Hashimoto ist genau das: Leben und Lebensfreude mit Hashimoto im Gepäck. Der Rucksack ist mal leichter und mal schwerer, aber im Endeffekt hat auch genau dieser mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Es zählt nicht mehr nur Leistung. Die kleinen Dinge und Zwischentöne sind wichtiger geworden, die Selbstliebe und Selbstakzeptanz, das Menschliche bei mir und anderen.

Die Entscheidung, mich auf die Unterstützung von Frauen mit Hashimoto zu fokussieren, liegt auf der Hand. Die Zeit ist reif, dass ich mein über die Jahre angesammeltes Wissen bündele, um damit andere zu unterstützen, ihr Leben mit Hashimoto so anzunehmen, wie es ist. Aus aktueller Datenlage haben wir Betroffenen lebenslänglich bekommen. Keine Flucht möglich. Wenn wir nicht im ewigen Kampf gegen unseren Körper, das Leben, das Schicksal sein wollen, hilft nur, das Gesamtpaket anzunehmen. Das ist nicht immer leicht, aber es ist möglich. Wir sind nicht Hashimoto. Wir sind Frauen, Partnerinnen, Freundinnen, Mütter, erfolgreich im Job, Scheiternde, Sportlerinnen, Couchpotatoes, Künstlerinnen, voller Liebe, voller Ungeduld, (Traum)tänzerinnen, Spielerinnen und alles was man sich sonst noch vorstellen kann. Im Positiven, wie im Negativen. Alle Facetten gehören dazu. Aber: WIR SIND NICHT HASHIMOTO. Und genau das gilt es wieder zu spüren und mit Leben zu füllen.

Sehr gern begleite ich dich auf deinem Weg zu einem neuen Umgang mit Hashimoto. Mehr Infos dazu findest du hier.