Warum ich den Bodyscan zum Einstieg ins Coaching liebe.

25 Apr 2021 | Coaching, Persönliches

Der Bodyscan ist eine Achtsamkeitsübung. Die Aufmerksamkeit wird dabei nacheinander in einzelne Körperbereiche gelenkt. Kennengelernt habe ich den Bodyscan durch Jon Kabat Zinn und seine Methode des MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction). Aber, warum genau liebe ich es, den Bodyscan als Einstieg in das Coaching zu nutzen? Dazu eine kleine Vorgeschichte: Vor etwa 3 Jahren habe ich einen Workshop zum Thema “Selbstfürsorge” durchgeführt. Teil dieses Workshops waren auch Bodyscans, die ich morgens und abends angeleitet habe. Zunächst hatte ich Bedenken, wie es wohl ankommen würde, wenn sich ein Kollegenkreis aus dem Verwaltungsbereich mit dieser Übung konfrontiert sehen würde. Die Rückmeldungen gingen damals allerdings von beseelten Gesichtern bis hin zu “Können Sie das aufnehmen? Sie haben eine so angenehme Stimme, da kann ich richtig eintauchen.”

Dazu passte auch mein eigenes Empfinden: Ich konnte mir vorstellen, das den ganzen Tag zu machen, weil es so gut tat und weil ich somit auch ruhig und geerdet in den Tag gestartet und aus dem Tag hinausgeglitten bin. Kurz nach diesem Erlebnis habe ich mich auch im Coaching getraut, den Bodyscan als Startritual einzuführen. Inzwischen ist dies mein Standardeinstieg geworden und zum Start in beseelte und glückliche Gesichter zu schauen ist doch etwas Großartiges!

Klare Markierung: Jetzt ist Coaching.

Der Bodyscan zu Beginn jeder Coachingsitzung markiert für meine Klienten ganz klar: Jetzt ist Coaching. Nichts anderes. Keine Gedanken an Alltag, Job, To-Do-Liste. Zusammen mit den Gedanken werden auch die Rollen des Tages abgestreift. Hier im Coaching sitzen keine Mütter, Jobeinsteiger, Führungskräfte, Hashimoto-Erkrankte, Partnerinnen, Selbstständige. Hier im Coaching sitzen in allererster Linie Menschen. Menschen die sich so geben dürfen, wie sie sind. Die sich auskotzen dürfen, weinen dürfen, ihr Innerstes nach Außen kehren dürfen. Das alles, ohne eine Bewertung oder Konsequenzen für eine ihrer Rollen zu fürchten. Hier hat alles Platz. Und auch mir hilft der Bodyscan zu Beginn, genau diesen Raum zu schaffen, mich mit mir zu verbinden und wirklich präsent bei meinem Gegenüber zu sein.

Sabrina Besic leitet den Bodyscan zu Beginn des Online-Coachings an.

Der Bodyscan funktioniert auch online prima.

 

Bodyscan = den Körper wirklich spüren.

Wie der Name schon sagt, geht es beim Bodyscan darum, den Körper wirklich zu spüren. In meiner Wahrnehmung haben das sehr viele Menschen verlernt, weil wir in unseren Breitengraden sehr hirnlastig aufwachsen und sozialisiert werden. Der Verstand regiert bei uns, er gibt die Richtung vor. Es werden Listen geschrieben, alles Mögliche durchdacht, es geht um Logik. Sogar in Kunst und Musik lernen wir in der Schule, sie zu interpretieren. Kaum jemand fragt, welche Gefühle und Empfindungen in uns ausgelöst werden. So passiert es leicht, dass wir von unserem Körper ein Stückweit entkoppelt werden und es schwierig wird, Empfindungen zu greifen oder gar in Worte zu fassen.

Der Körper trägt sehr viel Weisheit in sich. Unser Soma reagiert viel, viel schneller, als unser Kopf das kann. Aus diesem Grund beziehe ich den Körper in meinen Coachings an vielen Stellen ein. Zwei meiner Lieblingsfragen lauten: Wie fühlt sich das an? Wo genau kannst du das spüren? Es passiert nicht selten, dass ich dann Antworten im Stile von “Also, ich denke, dass ich dies und jenes tun muss!” bekomme… Faszinierend, oder? Der Bodyscan erinnert meine Klienten daran, dass sie in Verbindung zu ihrem Körper treten können. Dass sie neben ihrem Kopf noch eine andere Instanz haben, die ihnen hilfreiche Hinweise zu ihren Fragestellungen liefern kann. Um diesen Zugang im Coaching nutzen zu können, ist der Bodyscan zu Beginn sehr hilfreich.

Bodyscan als Referenz während des Coachings.

Beim Bodyscan geht es darum in die einzelnen Bereiche des Körper hinein zu spüren. Einfach nur wahrnehmen, was gerade da ist, ohne es bewerten oder verändern zu wollen. Wie häufig habe ich Menschen im Coaching, die von Gefühlen überrannt werden, die sie am liebsten wegmachen würden. Gerade in solchen Situationen verweise ich gern auf das Erlebnis während des Bodyscans. Es ist eine Herausforderung unangenehme Gefühle einfach da sein zu lassen. Aber genau das dürfen sie, denn sie gehören in gleichem Maße zu unserem Wesen als Mensch, wie die Gefühle, die wir als positiv bezeichnen. So kann das bloße Sitzen und Beobachten von Körperempfindungen uns lehren auch in anderen Situationen ruhiger, geduldiger, gelassener zu sein, ohne direkt etwas tun zu müssen.

Immer wieder höre oder lese ich, dass der Bodyscan doch ein alter Hut sei. Mag daran liegen, dass ich mich sehr für Yoga, Entspannung & Co. interessiere. Aber die Realität zeigt mir etwas anderes. Der Bodyscan ist kein alter Hut. Aus meiner Sicht ist es eine sehr hilfreiche Übung, die für die meisten Menschen sehr gut zugänglich ist. Mir begegnen noch immer Vorbehalte zu Meditation, Menschen die glauben, das sei nichts für sie. Der Bodyscan bringt den Fokus auf das Hier und Jetzt ohne in irgendeiner Hinsicht zu überfordern. Und die positiven Effekte wirken sich direkt im Coaching aus.

Du bist nun selbst neugierig? Dann findest du hier eine Videoanleitung von mir für einen Bodyscan. Viel Freude beim Ausprobieren!

Deine Sabrina.

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