Gerade im Business-Coaching komme ich mit meinen Klienten häufig an den Punkt, an dem es hilfreich ist, die eigenen Werte in den Fokus zu rücken. In vielen Fällen ernte ich dann erst mal ein „Puhhh“ von der anderen Seite. Der Begriff wiegt schwer und die Annäherung an das Thema ist meist ein Gemisch aus Vorfreude, der Angst nicht die „richtigen“ Werte zu haben und dem Respekt vor der Tiefe. Ja, es geht in die tieferen Regionen der eigenen Persönlichkeit . Aber lasst uns doch gemeinsam schauen was Werte eigentlich sind.

Werte – eine kurze Übersicht:

  • Liegen relativ nah am Wesenskern.
  • Sind erstrebenswerte oder moralisch einwandfreie Eigenschaften.
  • Geben Antwort auf die Frage: Was ist richtig?
  • Sind veränderbar – über die Zeit oder ganz bewusst.
  • Prägen unser Verhalten und wie wir nach außen wirken.

Werte ganz allgemein.

Ganz allgemein gesprochen verstehen wir unter Werten erstrebenswerte oder moralisch einwandfreie Eigenschaften. Diese Einschätzung liegt natürlich immer  im Auge des Betrachters. Was für die Eine ein erstrebenswerte Eigenschaft ist, ist für die Andere eine Zumutung. Die eigenen Werte sind wichtig, im Sinne von schützens- und erhaltenswert. Jedoch geben Werte eher eine Antwort auf die Frage: Was ist richtig? Es geht also darum herauszufinden, wie ich mit mir und meiner Umwelt umgehe, wofür ich stehe, wie mein Umfeld mich wahrnehmen soll. Werte prägen somit unser Verhalten und unsere Wirkung auf andere. Sie bilden Leitplanken in unserem Leben, einen gewissen Verhaltenskodex, der aus Erziehung, Erfahrung und Erleben gespeist ist.

Werte sind stabil, aber auch veränderbar.

Werte sind zwar relativ zeitstabil, sind jedoch nicht in Stein gemeißelt und verändern sich in den meisten Fällen über die Jahre. Sehr gut sichtbar wird das daran, dass die meisten Menschen im Laufe ihres Lebens konservativer werden, als sie es Anfang ihrer 20er waren. Ja, auch bei mir stelle ich diese Veränderung inzwischen fest. Diese Entwicklung der Werte kann nicht nur durch den Zeitverlauf, sondern auch ganz bewusst hervorgerufen werden. So ist es möglich, Werte, die man als hilfreich für sich und das eigene Leben erachtet, ganz bewusst über Verhaltensänderung zu integrieren.

Im Coaching arbeite ich sehr häufig mit Werten. Denn diese werden recht gut greifbar, wenn man sich etwas Zeit nimmt und darüber reflektiert. Es gibt sehr gute Methoden, um das eigene Werteportfolio unter die Lupe zu nehmen und somit Klarheit über unterschiedlichste Fragestellungen zu bekommen. Seien es Fragen zum optimalen Arbeitsumfeld, oder Fragen aus dem privaten und zwischenmenschlichen Bereich.

Eine Leitfrage.

Hier eine Leitfrage zur ersten Annäherung an die eigenen Werte:

  • Welches Verhalten bei anderen bringt mich auf die Palme?

Häufig ist diese starke Reaktion ein Indikator dafür, dass ein eigener hoher Wert vom anderen verletzt wird.

 

Bis jetzt haben meine Coachees die Arbeit mit ihren Werten immer als sehr hilfreich empfunden und das „Puh“ weicht anschließend einem „Aha“. Und das ist mit das Beste, was im Coaching passieren kann!

Ich wünsche dir viel Freude beim Entdecken der eigenen Werte!

Deine Sabrina.

PS: In Bälde wird es einen Artikel mit dem Thema „Was sind Lebensmotive“ geben. Während die Werte uns eher zeigen was richtig ist, geht es dann darum, was wir als wirklich wichtig empfinden. Der Artikel hat den Titel “Was ist das Reiss Motivation Profile®” und du findest ihn hier.