Das Jahr 2020 war – welch Überraschung – ein sehr außergewöhnliches Jahr für mich. Es wird in Erinnerung bleiben auf persönlicher, beruflicher und globaler Ebene. Es ist viel passiert und dennoch trifft der Titel “Slow Down” genau mein Lebensgefühl in diesem Jahr. An Stellen, an denen ich schnell sein wollte, Pläne geschmiedet habe, da hat mich das Leben ausgebremst, hat mich auf mich zurückgeworfen, hat uns innerhalb der Familie aufeinander zurückgeworfen. Es gab keinen Weg dran vorbei in die Einkehr zu gehen, das Miteinander genau anzuschauen. Ganz im Sinne des Spruchs “Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. ” hat 2020 mir auf allen möglichen Ebenen Wachstum geschenkt. Ich habe den Eindruck es ist ein nachhaltiges Wachstum, fundiert, tief verwurzelt. Es hat mich reicher gemacht an Wissen, an Ruhe, an Vertrauen in mich, meine Lieben und das Leben. Ja, auch das hat 2020 möglich gemacht.

Meine Auszeit.

Im Januar sollte es wieder ein langes Wochenende nur für mich allein geben. Mein Plan war es, diese Tage an der Nordsee im Hotel Upleven zu verbringen. Das Hotel und die Menschen, die den Rahmen dort gestalten, hatte ich Ende 2019 im beruflichen Kontext kennengelernt und mich direkt in das Konzept verliebt. Ein Ort des Rückzugs, aber nicht im Retreat, sondern im Hotelumfeld. Das wollte ich machen! Aber bereits im Januar deutete sich an, dass Pläne in diesem Jahr eher überflüssig sind. So wurde mein Aufenthalt wenige Tage vor Anreise storniert, weil der Umbau des Hotels noch nicht so weit war um Gäste zu empfangen. Kleine Randnotiz: Bis zu diesem Jahresrückblick war ich davon überzeugt, dass allein Corona in diesem Jahr meine Reisepläne untergraben hat. Falsch gedacht. Bereits im Januar haben sich die Vorzeichen gezeigt. Die komplette Urlaubsstory folgt ein Stück weiter unten.

Kurzerhand entschied ich mich dann doch für den Klosteraufenthalt. Es ging nach Mecklenburg-Vorpommern in ein wunderschönes Gutshaus. Mein Fokus lag auf Rückzug, auftanken, Reflexion, Meditation, Stille. All das sollte ich dort bekommen. Am Anreiseabend ging es direkt los mit 30 Minuten Meditation. Mein Körper und Geist haben sich beide vehement gegen die Stille gewehrt. Und das obwohl ich nahezu täglich meditiere. Am nächsten Morgen hat sich dieses Erleben fortgesetzt. Es hat gedauert, bis ich in der inneren und äußeren Stille angekommen bin. Als es dann so weit war, war es aber auch wirklich so weit. So war jedes Gespräch mit anderen Gästen fehl am Platz. Es hat sich nicht stimmig angefühlt in Kontakt zu treten. Und beim Versuch tatsächlich ein Abendessen mit einer anderen Stille-Suchenden am Tisch zu verbringen wurde dies ganz offensichtlich. Jedes Wort schien überflüssig und zu belanglos für diesen Rahmen und gleichzeitig war aber auch der Mut bewusst gemeinsam zu schweigen nicht da. Oder vielmehr kannten wir uns nicht gut genug, um das offen auszusprechen. So war dieses Abendessen mit einem Gefühl von Trennung und Unwohlsein verknüpft. Schade, denn diese Dame hätte ich doch sehr gern näher kennengelernt.

Mein Highlight während des Aufenthalts war meine allererste ayurvedische Massage. Das war wirklich wundervoll. Sehr glipschig, da sehr ölig, aber das warme Öl auf der Haut und die Massage selbst waren genau richtig, um ganz tief in die Entspannung zu kommen. Das möchte ich für 2021 regelmäßiger in mein Leben holen. Ich hoffe, dass das möglich wird. Das Wohlfühlprogramm wurde durch viel frische Luft in weiter Natur, leckeres Essen und Saunagänge abgerundet.

Dieses lange Wochenende war der Inbegriff von Slow down.

Der runde Geburtstag.

Am 30. April sollte es so weit sein…die nächste Null war in absehbare Nähe gerückt. Diesen Geburtstag wollte ich endlich mal wieder feiern. So mit tanzen, lachen, trinken, gut essen und so. Mit den Menschen, die mir wichtig sind. Schon die Planung gestaltete sich schwierig. Die richtige Location wollte sich nicht finden lassen. Wann überhaupt starten? Kinder berücksichtigen, oder lieber nicht? So zogen sich die Diskussionen und Abwägungen.

Irgendetwas in mir schien die ganze Zeit auf die Bremse zu drücken. Ich hab nur nicht verstanden was und wieso. Je näher der Kalender in Richtung Ende April weiterzog, desto klarer wurde es: Es wird keine Party geben, kein externes Essen, kein Zusammenkommen mit Freunden oder der Familie. Das hat mich traurig gemacht. Aber mir war auch schnell bewusst, dass es nichts bringt, mit der Situation zu hadern. Lockdown ist Lockdown. Das gehört nicht in meinen Einflussbereich und damit wäre es verschwendete Energie gewesen.

Dennoch wird mir mein 40. Geburtstag in Erinnerung bleiben. Er war besonders – von morgens bis abends. So wurde ich mit einem französischen Frühstück geweckt – in Anlehnung an die Reise nach Paris zu meinem 30sten. Mich hat ein Video erwartet auf dem ich von allen möglichen mir lieben Menschen einen Geburtstagsgruß erhalten habe. Da sind auch einige Tränen gekullert. Es gab Besuche von Freunden, mit denen ich im Treppenhaus angestoßen habe, ein Zusammenkommen mit den engsten Nachbarn im Garten bis hin zu einem gelieferten Abendessen von meinem Lieblingsspanier. Es war ein besonderer und wundervoller Tag, an dem ich trotz der Distanz so viel Nähe und Liebe spüren durfte.

Urlaub ist was man daraus macht.

Das Urlaubsjahr 2020 hat es für uns in sich gehabt. Die Pläne waren toll! Skiurlaub im März, Sommerurlaub bei Oma & Opa und dann nach Kroatien zu den Schwiegereltern. Im Herbst möglichst ein langes Wochenende an der Küste. Aber, wie sagt man so schön: Life happens while you’re making other plans…und das traf auf unser Urlaubsjahr total zu.

Im Frühjahr sollte es in den Schnee gehen. Wenn alle anderen schon wieder zu Hause sind und die Temperaturen ein gemütliches Verweilen vor den Skihütten möglich machen, wollten wir noch ein bisschen den Schnee genießen. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie wir zwei Wochen vor unserem Urlaub mit Freunden beim Frühstück saßen und noch völlig überzeugt waren, dass wir in den Schnee fahren können. Nach diesem Sonntagsfrühstück haben sich die Corona-Ereignisse dann überschlagen. Den Skiurlaub haben wir kurzerhand abgesagt und als Alternative ein Hotel in der Lüneburger Heide gebucht, um wenigstens ein bisschen aus der Stadt rauszukommen. Das nur, um es ein paar Tage später wiederum zu stornieren, da der Lockdown vor der Tür stand. So wurde aus Urlaub im Frühjahr nichts. So haben wir das Frühjahr in Hamburg genossen, haben auf dem Balkon gecampt und uns die Zeit möglichst abwechslungsreich gestaltet.

Während der Sommerferien steht eigentlich immer der Besuch bei den Großeltern in Süddeutschland an. So auch dieses Jahr. Mit der Bahn ging es für das Lieblingskind und mich einmal quer durch die Republik. Ein paar Tage Tapetenwechsel. Zeit für mich die Füße ein bisschen hochzulegen und das alte zu-Hause-Gefühl wieder zu spüren. Auch ohne Besuche bei Freunden oder große Ausflüge war das eine sehr schöne Pause.

Auch in diesem Jahr sollte der echte Familien-Sommerurlaub bei den Schwiegereltern in Kroatien stattfinden. Gedacht hatten wir uns das so: Nachwuchs und ich fliegen voraus, der Papa kommt 4 Tage später nach, um pünktlich zum Kindesgeburtstag da zu sein. Dann noch 7 Tage zusammen, bevor ich mich auf eine Weiterbildung nach Würzburg verabschiede. Der Plan war ausgeklügelt, die Flüge gebucht und alle Beteiligten voller Vorfreude. Aber, wie schon im Frühjahr, blieb auch diesmal nicht viel von unserer Planung übrig.

Die Geschichte schrieb sich wie folgt: Kurz vor unserem Urlaub haben sich die Coronazahlen wieder verschärft. So haben wir viel abgewägt, ob wir überhaupt fliegen sollten. Mein Bauchgefühl sagte nein und auch in meinen nächtlichen Träumen hat sich dieses Gefühl deutlich verstärkt. Ich habe dem allen dennoch nicht zugehört und mich rein auf die Zahlenlage verlassen, die zum Zeitpunkt des Fluges noch recht okay aussah. Und ich wollte auch nicht der Urlaubsgringe sein, der allen den Spaß und die Freude verdirbt. So stiegen wir zu zweit in den Flieger. In Kroatien angekommen hat sich mein Gefühl noch mehr verschlechtert. Ich wäre am liebsten sofort wieder zurück nach Hamburg geflogen. Und so gab es viele Telefonate mit zu Hause, es gab Tränen, weil ich das Gefühl hatte wirklich alles falsch entschieden zu haben. Das Ende vom Lied war, dass Kroatien zum Risikogebiet erklärt wurde und wir somit die Heimreise angetreten haben, um den Lieblingskind-Geburtstag zu dritt feiern zu können. Vier Tage Kroatien. Die Enttäuschung und Traurigkeit bei allen waren groß. Und so haben wir den Geburtstag zu Hause in Selbstquarantäne verbracht, bis die Testergebnisse vorlagen.

Die Tests sind glücklicherweise negativ ausgefallen. So sind wir kurzerhand auf einen Ponyhof im Sauerland gefahren, um wenigstens noch ein paar Tage gemeinsamen Urlaub zu verbringen. Es war wunderschön dort und wenn das Lieblingskind ein großes Pferdeherz hat, dann kommen alle auf ihre Kosten. Naja, zumindest bis der Anruf vom Gesundheitsamt kommt und einem mitteilt, dass man im Flugzeug Erstkontakt einer Corona-positiven Person war und man sich deshalb für zwei Wochen in Quarantäne begeben muss. Ich habe geweint vor Wut, vor Enttäuschung und vor Ärger über mich selbst. Der Urlaub war für mich futsch, die Weiterbildung, auf die ich mich über ein Jahr gefreut hatte, war futsch. Glücklicherweise hatten wir ein Familienzimmer, so dass ich mich selbst isolieren konnte und zum Glück hatten Gesundheitsamt und Hoteldirektion zugestimmt, dass wir unter diesen Umständen und mit dem negativen Test im Gepäck im Sauerland bleiben dürfen. Mein Naturerlebnis war begrenzt, aber der Blick vom Balkon ganz schön…

Slow down…das zeigt sich auch beim Thema Urlaub für mich. Hätte ich auf meine Intuition gehört, dann wäre zumindest der Sommerurlaub deutlich anders verlaufen. Während meiner Isolation wurde ich sehr auf mich zurückgeworfen, hatte viel Zeit zu reflektieren. Habe aber auch festgestellt, dass in dieser Einschränkung auch ein ganzes Stück Freiheit steckt. Freiheit nicht zuständig sein zu müssen, Freiheit nirgends hingehen zu müssen. Einfach das Sein in den Fokus rücken. Das ist mir in dieser Zeit gelungen.

Auf ins Licht!

2020 stand für mich sehr unter dem Motto Sichtbarkeit. Ende 2019 habe ich durch die Zusammenarbeit mit Natalie Schnack die Klarheit erlangt hatte, dass ich meine Coachingkompetenz mit meiner eigenen Geschichte und meinen eigenen Interessen bündeln möchte. Somit musste ein Weg her, wie ich das unter die Menschen bringe und meine mehrjährige Abstinenz von Social Media wurde kurzerhand beendet.

 

Es hat eine Zeit gebraucht, bis ich mich mit Facebook wieder angefreundet hatte, denn in meinem Kopf war es bislang die böse Datenkrake und die Beschäftigung mit Social Media reine Zeitverschwendung. Ups. Und jetzt stand ich da, mit einer Idee, die noch niemand kannte und zu der ich mich positionieren wollte. Dazu kam die Klarheit, dass ich für meinen Job nicht noch mehr reisen möchte, der Weg also in Richtung Onlinebusiness deutete. Mit diesen Parametern gab es offensichtlich kein drumrum mehr.

Der Schlüssel für mich war die Erkenntnis, dass ich mich persönlich, aber nicht privat zeige. Diese Unterscheidung ist nicht immer einfach und gefühlt verändert sich die Grenze oder ist zumindest recht fließend. Neben meinem persönlichen Profil habe ich dann auch schnell eine Seite auf Facebook erstellt, auf der der Fokus auf “Leben mit Hashimoto” liegt. Mit dieser Entwicklung im Denken und Handeln wurde es dann auch leichter mich an meinen ersten Blogartikel mit dem Titel “Vertrauen in das Leben trotz Hashimoto!?” zu machen. Dieser ist im Februar online gegangen. Der Artikel ist noch immer mit einem neutralen Foto versehen und nicht mit einem von mir. Daran sehe ich selbst ganz gut, wo ich damals stand und was sich seitdem bei mir verändert hat. Ich wurde über die Monate immer mutiger und immer vertrauter mit den Online-Welt. Insgesamt ist meine Webseite lebendig geworden. Wenn ich mich ein Jahr zurück erinnere, dann hab ich damals gerade meine ersten Schritte gemacht, um meine Seite zu erstellen. Auseinandersetzung mit WordPress, Plugins, Optins, Widgets. Offensichtlich habe ich es soweit durchschaut. Nicht in aller Perfektion, den Anspruch hatte ich nicht, aber ich finde sie ist durchaus ansehnlich geworden und vor allem: Sie läuft! Und so ist dann im Juni auch mein Newsletter an den Start gegangen in dem ich meine Leser regelmäßig über Neuigkeiten informiere.

Das Ganze gipfelte dann darin, dass ich im Oktober durch eine Positionierungs-Challenge der Geschäftsmama Elisabeth Kollmann tatsächlich auch bei Instagram gelandet bin. Das war bis dahin ein Buch mit sieben Siegeln für mich. Ich hatte nicht verstanden, wofür es gut sein könnte sich dort zu zeigen und in die Öffentlichkeit zu treten. Wenn ich mir heute meinen noch sehr jungen Insta-Feed ansehe, dann ist auch dort eine sehr steile Lernkurve erkennbar. Am Anfang noch ein Naturfoto und eigentlich keine Ahnung, was ich dort von mir geben soll, ist inzwischen doch ein ganz guter Feed entstanden und ich habe Spaß daran so direkt mit anderen in Austausch zu gehen. Für mich ist es zu einem Miteinander geworden. Zu einer Plattform auf der Wissen angeboten und getauscht wird. Und ich habe gelernt, dass Business auch bedeutet sich selbst nicht immer allzu ernst zu nehmen. Es darf auch Spaß machen ohne dass die Professionalität leidet!

Noch weiter ins Licht habe ich mich dann erst ganz kürzlich gewagt. Ich habe mein erstes Webinar gehalten: “Entspannt mit Hashimoto”. Der Fokus also auf das Thema Stress in Kombination mit Hashimoto. Das war einfach toll und macht Lust auf mehr! Ich habe schon im ersten Webinar so viel gelernt und weiß, was ich noch besser machen kann. Das hat mir so viel Energie gegeben. Unglaublich! Und zum guten Schluss ist dieser sehr persönliche Jahresrückblick inspiriert durch Judith Peters von Sympatexter entstanden.

Arbeit: Einmal neu bitte.

Nachdem ich nun schon etwa 7 Jahre selbstständig bin (wer neugierig ist, kann gern mal bei Startblock-Coaching reinschauen), durfte ich auf Grund der Umstände mein Arbeiten in diesem Jahr neu erfinden. Bisher habe ich ausschließlich Geld verdient, wenn ich direkt im Kontakt mit meinen Kunden war. Sprich, wenn ich für Workshops angereist bin oder Einzelcoachings mit meinen Klienten durchgeführt habe. Lange Zeit war ich Verfechter des persönlichen Coachings. Dieses Bild hat bereits Ende 2019 angefangen zu bröckeln, als ich selbst einen Onlinekurs bei Dana Schwandt von Ichgold belegt hatte, der sehr tief ging. Bis dahin dachte ich, dass sich virtuell eine Barriere aufbaut. Das Tun in 2020 hat mich eines Besseren belehrt. Es kommen auch auf digitalem Weg sehr berührende Prozesse zu Stande. Dazu noch die Vorteile der leichteren Planung, der größeren Flexibilität. Inzwischen bin ich ein Fan von Coachings per Videokonferenz. Dennoch freue ich mich, wenn wieder persönliches Arbeiten möglich ist.

Auch bei den Workshops, die ich zum Großteil mit meinen Kollegen von Teamhochzwei leiten durfte, gab es Veränderungen. Manche wurden auf 2021 verschoben, aber gleichzeitig sind auch neue Formate entstanden. So durfte ich mich auch in “Führen auf Distanz” einarbeiten. Aber nicht nur neue Themen sind dazu gekommen, auch die Art des Arbeitens ist anders geworden. So stand ich vor der Aufgabe mein Lieblingsmedium Flipchart gegen digitale Tools zu tauschen, mich in Programme von Zoom bis Webex einzuarbeiten. Die Lernkurve war in dem Bereich – wie vermutlich bei den meisten arbeitenden Menschen – in diesem Jahr sehr steil. Und so blieb auch meine Motivation hoch.

Für mein Herzensthema “Leben mit Hashimoto” habe ich Anfang des Jahres mein Coachingkonzept entwickelt. So ist ein umfassender Ansatz entstanden um Frauen mit Hashimoto dabei zu unterstützen gut für sich selbst zu sorgen, ihre Bedürfnisse zu spüren und für diese einzutreten. Ich kann so meine eigenen Erfahrungen rund um Hashimoto mit meinen Kompetenzen aus über 7 Jahren Coaching bündeln und als Sahnehäubchen mit meinem Wissen – das ich bislang immer für privat gehalten hatte – aus Yoga, Hirnforschung, Meditation, Stressbewältigung und Ayurveda garnieren. Das ist ein unglaubliches Geschenk, das ich in keinem Job der Welt so umsetzen könnte.

Für 2021 wünsche ich mir, dass ich meinen Wochenend-Workshop “Hashimoto-Wege” umsetzen kann. In diesem Jahr (und wohl auch für die kommenden Monate) hat mir Corona hier ein STOP gesetzt, aber die Zeit wird kommen. Ein Wochenende Austausch und Reflexion um wieder zurück ins Vertrauen zu dir und deinem Körper zu kommen. Das wünsche ich mir wirklich – für mich und für dich!

I like to move it.

Bewegung spielt in meinem Leben eine große Rolle. Ohne Bewegung werde ich zum Tiger im Käfig, laufe auf und ab und es kann auch passieren, dass dann ein Film am Abend nicht auf dem Sofa sitzend geschaut wird, sondern stehend. Mir wurde schon häufiger gesagt, dass das ungemütlich für die Mitgucker ist. Aber wenn doch mein Tag zu wenig Bewegung gebracht hat? Dann ist das meine (aber wirklich letzte) Lösung.

Der Leistungssport hat inzwischen keinen Platz mehr in meinem (Sportler)Herzen, aber bewegt werden will der Körper noch immer. Die Einschränkungen im März / April haben es dann tatsächlich zum Äußersten gebracht: ich habe wieder angefangen zu laufen. Was bisher meine Hassbewegungsform war – denn am wohlsten fühle ich mich noch immer im Wasser – wurde nun zur Lösung für die fehlende Alltagsbewegung. Die uralten Laufschuhe an die Füße, Kind aufs Rad und los geht’s. Ohne Plan, ohne Ziel, das es zu erreichen gibt. Hier wurde mir richtig bewusst: Der Weg ist das Ziel. Das hat mir auch geholfen, meinen K(r)ampf im Kopf aufzugeben, den ich in früheren Zeiten beim Laufen ständig habe entstehen lassen. Mindf**k kann man es auf Neudeutsch nennen.

Mein Vergleichen und mein sportlicher Ehrgeiz und mein Beweisenmüssen haben das Laufen für mich zu einer Tortour werden lassen. Jetzt ging es nur darum, mich zu bewegen und meinem Körper das zu geben, was er so dringend braucht, damit auch mein Geist ausgeglichen und ruhig funktionieren kann. Ohne die negativen Gedanken hat sich tatsächlich – ich wage es kaum zu formulieren – so etwas wie Lust und Freude am Laufen entwickelt. Nach den ersten Kilometern wurde dann auch klar, dass sich das Invest in neue Laufschuhe lohnt. So bin ich mit meinen alten Tretern an den Füßen ins Fachgeschäft losgetigert, um eine ordentliche Beratung zu bekommen. Der müde lächelnde Blick des Verkäufers wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Er meinte nur trocken: “Solche Laufschuhe werden bestimmt seit 10 Jahren nicht mehr gebaut”. Ja, das kommt in etwa hin! Ich werde bestimmt nicht mehr zum Marathoni in diesem Leben, aber ich habe Spaß an der Bewegung in frischer Luft und Natur, ich lächle die meiste Zeit beim Laufen, freue mich über jedes Eichhörnchen, das meinen Weg kreuzt, jeden Graureiher, den ich am Wasser entdecken kann und darüber den Verlauf der Jahreszeiten anhand der Matschschicht auf den Wegen und meinen Schuhen zu beobachten.

Neben dem Laufen sind wir in unserer Familie auch etwas experimentierfreudiger geworden: So durften ein Liegestützbrett und ein Übungsgerät zum Boxen bei uns einziehen. Gerade beim Boxen ist der Unterhaltungsfaktor sehr groß, denn man hat ein Band um den Kopf, an dem ein Gummiband mit Ball befestigt ist, den es zu boxen gilt. Das ist abenteuerlich, aber auch hier steht der Spaß im Vordergrund. Daneben habe ich – wie wahrscheinlich viele – das breite Online-Angebot genutzt. Wirklich hängen geblieben bin ich bei Strala Yoga. Tara Stiles begleitet mich schon fast 10 Jahre, aber jetzt ist das Angebot noch so viel besser geworden, dass ich mir das Yogastudio gern zu mir nach Hause hole. Zu guter Letzt verrate ich hier und heute noch ein großes Weihnachtsgeheimnis: es wird in wenigen Tagen ein Fitnesstrampolin zu unserem Mitbewohner werden. Das Grinsen beim Sport darf also auch 2021 immer breiter werden. Zugegeben, es gibt eine hidden agenda: ich erhoffe mir deutliche Entlastung für unsere Betten und Sofas! Aber pssst…noch nicht verraten!

Meine Begleiter aus der Medienbranche.

In diesem Jahr war meine Fernsehzeit vor allem durch eines geprägt: leicht konsumierbare Serien. Mit dem ersten Lockdown durften Sheldon, Lennard & Peggy bei uns zu Hause einziehen. Das waren gute Mitbewohner, die uns über einige Monate hinweg begleitet haben, um dann Platz für Ted, Barney, Robin, Lily & Marshall zu machen. Beide Serien, hatten bis dato meine Aufmerksamkeit nicht wirklich angezogen, aber in diesem Jahr war deutlich spürbar, dass ich neben den energiezehrenden Themen des Alltags keine Kapazitäten mehr für tief gehende Unterhaltung hatte. Da war so ein bisschen heile Welt am Abend, Freundschaft, Liebe, Lachen genau das richtige Gegengewicht. Was mich nur ziemlich schnell irritiert hat: Warum dürfen die sich umarmen und sind so nah beisammen? Diese Irritation fand ich dann doch etwas gruselig. Vermutlich bin ich nicht allein mit dieser Verschiebung in der Wahrnehmung… 

Auch wenn es nicht viele waren, aber ein paar Filme gab es in diesem Jahr doch zu sehen. Der einzige, der bei mir haften geblieben ist, ist “Alles eine Frage der Zeit”. Der Held der Geschichte hat die Gabe in der Zeit zurückreisen zu können. Er nutzt diese Gabe, um sein Leben und das seiner Lieben zu beeinflussen. Die Kernfrage, die sich stellt: Wie gehen wir mit unserer Zeit um? Oder, wie nutzen wir unsere Zeit, damit wir nicht das Gefühl haben etwas zu verpassen oder verändern zu müssen? Dieser Film war in jedem Fall keine Zeitverschwendung:-) Das Kernthema Zeit hat sich auch in einem meiner Bücher 2020 gezeigt. Momo hat mich durch den ersten Lockdown begleitet.

Kürzlich hat Spotify den persönlichen Jahresrückblick veröffentlicht. Nun, was soll ich sagen? Spotify war wohl eher durch das Lieblingskind in Nutzung. Conny, Paw Patrol und Lassie als Tophits…das lässt keine Fragen offen. Tatsächlich ist mir Musik oder besser Musik hören in den letzten Jahren etwas abhanden gekommen. Früher war Musik entdecken, hören, mitsingen, eintauchen in die Emotionen sehr viel präsenter. Zu Hause, im Auto, unterwegs. Wenn ich den Soundtrack meines Lebens zusammenstellen müsste, dann würden die Songs hauptsächlich aus den Jahren vor 2010 stammen. Mindestens. Ups.

Meine ersten Male.

  • eine Etappe des grünen Rings um Hamburg gelaufen (in mir ist der leise Wunsch entstanden den kompletten grünen Ring 100km abzulaufen…)
  • 2 Wochen in Quarantäne verbringen
  • Tanzen auf “Last Christmas”
  • online Geld verdienen
  • Urlaub abgebrochen. (Okay, stimmt nicht ganz. 1999 hab ich schon mal einen Urlaub auf Kuba abgebrochen. Das ist verjährt, oder?)
  • So viele Abende im Jahr gemeinsam mit meinem Mann zu Hause gab es in 15 Jahren nicht!

Hard Facts:-) Mein 2020 in Zahlen. (Stand 18.12.2020)

  • Anzahl Blogartikel: 8
  • Schritte mit Handy in der Tasche: 1.594.766
  • Monate ohne Präsenzworkshop: 8
  • neue Apps mit Bezug zur Arbeit: 7
  • Instagram-Follower: 104

 

Was bringt 2021?

  • Die Gelassenheit aus 2020 mitnehmen.
  • Hashimoto-Wege lebendig werden lassen: Ich wünsche mir sehr, dass dieses tolle Format für euch stattfinden kann!
  • Direkten Kontakt zu Menschen haben, egal ob arbeitend oder privat. Es darf mehr werden, es darf leben.
  • Den 41. Geburtstag feiern und unbedingt tanzen.
  • Wieder mehr und bewusster Musik hören und die Spotify-Playliste durch meine Musik prägen.
  • Wieder eine Auszeit nehmen – wohl eher nicht im Januar…
  • Eine weitere Aus- / Weiterbildung in Angriff nehmen: Aufstellungen, Embodiment, oder doch was ganz anderes? Ich werde berichten.

Mein Motto für 2021: Leichtigkeit & Freude.

Was getan wurde, ist fertig.

Heute ist der 28. Dezember. Weihnachten liegt hinter uns und für mich war es ein Wunderschönes. Fröhlichkeit, Leichtigkeit, köstliches Essen (und den tollen Wein nicht vergessen!), Ruhe, ein gutes Gespräch hier und da. Ich freue mich jetzt auf 2021. Mein Motto habe ich gerade geändert von “Ernten & anwenden” auf “Leichtigkeit & Freude”. Das bringt mir ein Lächeln ins Gesicht. Ein gutes Zeichen – wenn nicht das Beste – für ein stimmiges Motto. Jetzt ist es gut. Was getan wurde, ist fertig.