Einblick in mein Reiss Motivation Profile®

26 Aug 2021 | Persönliches, Reiss Motivation Profile

Inzwischen sind einige Artikel über das Reiss Motivation Profile® (RMP) entstanden. Immer wieder habe ich auch Beispiele aufgeführt, um die Lebensmotive ein bisschen greifbarer und lebendiger zu machen. In diesem Beitrag gehe ich noch einen Schritt weiter, indem ich dir Einblick in mein persönliches RMP gebe und wir gezielt auf fünf Motive schauen, die bei mir hoch oder gering ausgeprägt sind. Das sind Motive, bei denen ich anders ticke, als die meisten Menschen. Ich gebe dir einen Einblick, wie sich diese Motive bei mir zeigen.

Motiv Unabhängigkeit – bei mir gering ausgeprägt

In der geringen Ausprägung steht dieses Motiv für Teamorientierung. Es steckt jedoch noch mehr dahinter: tiefe Verbundenheit zu anderen beispielsweise. Mir persönlich ist es wichtig tiefe Beziehungen zu haben, zu wissen, was die Menschen in meinem Umfeld bewegt. Es geht mir nicht um Neugier, zu bohren, Dinge zu erfahren, die andere nicht wissen, sondern wirklich um die Verbindung, die dabei entsteht. Mit oberflächlichen Gesprächen und Beziehungen komme ich nicht gut klar. Da fange ich an mich zurück zu ziehen. Das ist bei mir ein ganz natürlicher Reflex.

Genauso spüre ich, dass mich Menschen irritieren, die auf der Seite der hohen Ausprägung, also in der Unabhängigkeit, zu Hause sind. Hier entsteht bei mir leicht das Gefühl, dass ich emotional verhungere. Ich fühle mich orientierungslos, abgehängt und verstehe nicht, warum ich hier keine Verbindung aufbauen kann. (Inzwischen verstehe ich es natürlich und kann die andere Seite auch gelten lassen! Das Wissen um das RMP hat mir hier sehr gut weitergeholfen.)

Dieses Motiv spüre ich sehr deutlich in meinem Dasein als Solopreneurin.

 

Motiv Ordnung – bei mir gering ausgeprägt

Ich glaube, dieses Motiv ist es, dass sich in meinem Alltag tatsächlich am deutlichsten bemerkbar macht. Planung, Strukturen schaffen, Prozesse aufsetzen. All das fällt mir mit meinem niedrigen Ordnungsmotiv ziemlich schwer. Auch das Ordnunghalten gehört für mich dazu. Ich mag es, wenn es um mich herum ordentlich und klar ist (das heißt aber nicht, dass ich auch gut darin bin, Ordnung zu schaffen). Das ist das Gegengewicht, das ich brauche, damit meine innere Strubbeligkeit da sein darf. Im Gegensatz dazu empfinde ich Planung und Struktur ab einem verhältnismäßig frühen Zeitpunkt als sehr einschränkend. Stark strukturierte Arbeiten, wie z.B. Excel-Listen führen, erfinde ich immer wieder neu für mich. Ich ändere die Reihenfolge der Spalten, passe Farben an, nehme neue Spalten oder Zeilen hinzu, lasse welche weg,… ich suche und schaffe mir den Freiraum in der Struktur, den ich brauche, damit es mir gut geht.

Im Gegensatz dazu, bringt mich Unvorhergesehenes kaum aus der Ruhe. Ich kann improvisieren und Veränderungen sind mir herzlich willkommen. Ich mag es die groben Dinge zu formen, zu machen, zu durchdenken. Da kommt Freude bei mir auf. Wände streichen? Klar, das mach ich! Abkleben!? Bitte ohne mich!

Was ich allerdings auch wahrnehme, ist, dass ich eine klare Tendenz habe, mit meiner Aufmerksamkeit zu springen. Dass ich Dinge anfange, obwohl etwas anderes noch nicht abgeschlossen ist. Ja, ich gebe es zu: Verzetteln und Chaos kommen bei mir vor. Hier brauche ich Disziplin und ich bin froh und dankbar, dass ich das in meiner Zeit im Leistungssport gelernt habe. Sowohl die Disziplin, wie auch die Tolerenz, dass es anstrengend werden darf, damit es am Schluss gut wird.

 

Motiv Idealismus – bei mir hoch ausgeprägt

Ein stark ausgeprägtes Lebensmotiv Idealismus zeigt sich in einem Verhalten, das von Mitgefühl, Großherzigkeit und Selbstlosigkeit geprägt ist.

So steht es in den offiziellen Erklärungen zum RMP. Der Aspekt, der es von den Dreien bei mir am meisten trifft, ist wohl die Selbstlosigkeit. Erst mal ja gar nicht schlecht, denn das scheint sehr tugendhaft, sehr sozial und vor allem auch sozial erwünscht. Sich selbst zum Wohl der anderen zurücknehmen, die eigenen Bedürfnisse hinten anstellen. Wow, das schreibt man sich doch gern aufs Fähnchen! Oder? Nun ja, da schaue ich ein bisschen anders drauf, denn ich habe über die Jahre gelernt, wie wichtig es ist, zunächst dafür zu sorgen, dass es mir gut geht, bevor ich die Kraft habe, mich auch um andere gut zu kümmern. An dem Punkt weiß ich, dass ich manchmal zu leichtfertig “Ja” zu Dingen sage, weil sie mir so wichtig erscheinen, und ich habe gelernt, hier sensibel für mich zu sein.

Dennoch habe ich mit der hohen Ausprägung einen kleinen Weltverbesserer in mir drin und ich finde es wichtig mich zu engagieren, mich einzubringen. Das zieht sich wie ein roter Faden durch meine Biographie. Angefangen in der Grundschulzeit, über meine Zeit im Leistungssport (ja, ich war nicht nur im Becken aktiv) bis hin ins Erwachsenenalter. Dennoch spüre ich, dass sich mein Fokus und die Prioritäten seit ich Mutter bin (und wohl auch seit ich mich mit Hashimoto näher auseinandersetze), ein bisschen vom Großen und der ganzen Welt nach innen in meine kleine Welt verschoben haben. Aber die Tendenz die Welt zu verbessern ist wohl noch immer größer, als bei vielen anderen Menschen.

 

Motiv Essen – bei mir gering ausgeprägt

Bei diesem Motiv steht der Genuss im Fokus, naja, bei mir mit der geringen Ausprägung offensichtlich nicht ganz so sehr. Klar gehe ich auch gern gut essen und freue mich, wenn es was Leckeres gibt, aber der Genuss an sich hat bei mir keinen so hohen Stellenwert. Für mich ist es wichtiger, dass ich qualitativ gut esse, als dass es bis ins Letzte fein abgeschmeckt ist. Für mich muss es nicht das perfekte Dinner mit dem perfekten Wein sein. Ein gutes Brot mit guter Butter drauf ist für mich auch völlig fein.

Dieses Motiv zeigt sich bei mir auch daran, dass ich mich weder gedanklich, noch praktisch sehr gern mit dem Thema Essen auseinandersetze. Was war das für mich ein Fest, als bei uns die Kita-Zeit losging und ich mich nicht mehr täglich vor die Aufgabe gestellt sah, ein abwechslungsreiches, vollwertiges Essen pünktlich zur Mittagszeit auf dem Tisch zu haben. Für mich allein kann ich das deutlich leichter – wenn auch definitiv nicht leicht – bewältigen. Essen ist für mich eine notwendige Sache, mit der ich meinen Körper möglichst gut versorgen möchte.

 

Motiv Körperliche Aktivität – bei mir hoch ausgeprägt

Wenn du schon ein bisschen in meinen Artikeln gestöbert hast, dann wird dich dieser Punkt nicht überraschen: Bewegung spielt in meinem Leben – eigentlich schon immer – eine sehr große Rolle. Ich bin sehr gern aktiv, fühle mich gern fit, spüre meinen Körper gern. Tatsächlich fühle ich mich am wohlsten, wenn ich ein bisschen Muskelkater habe. Ich nutze möglichst jede Gelegenheit, um mich zu bewegen. Meist ist das dann gar keine bewusste Entscheidung im Sinne von “ich nehme mal die Treppe, denn das ist ja gesünder”, sondern es ist einfach ganz klar, dass ich die bewegunsreichere Variante nehme.

Wenn ich im Gegensatz dazu zu wenig Bewegung abbekomme, dann fühle ich mich nicht wohl. Ich werde unruhig, die Laune sinkt, ich werde einfach ungemütlich, weiß nicht, wie ich sitzen soll, finde keine Position, die passt. Da kommt es dann schon mal vor, dass ich abends vor dem Fernseher stehe, oder noch irgendwie versuche, Bewegung einzubauen. Um es klar zu sagen: Für einen Film-Marathon à la ” Wir schauen alle Teile Herr der Ringe am Stück durch”, bin ich keine gute Gesellschaft…

 

Du hast nun einen Einblick bekommen, wie sich meine “extremen” Motive für mich anfühlen. Konntest du irgendwo Parallelen feststellen, oder unterscheiden wir uns völlig? Vielleicht musstest du an der ein oder anderen Stelle auch den Kopf schütteln, weil dir das so völlig fremd scheint. Ja, genau darum geht es beim RMP: Neben dem Bewusstsein für sich selbst und die eigenen Bedürfnisse: Die Bedürfnisse von anderen verstehen.

 

Deine Sabrina

 

Falls du neugierig geworden bist und mehr über das RMP erfahren möchtest, dann schreib mir eine E-Mail und wir finden einen Termin für ein unverbindliches persönliches Gespräch!

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